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Nach dem Leben seiner Gegner fragen - die dubiosen Geschäftspraktiken des Manfred Plinke und seines "Autorenhaus-Verlags"

Manfred Plinke - Autorenhaus. Alles fängt am Anfang an, oder nicht? Zunächst einmal: Das "Autorenhaus" ist, anders als man denken soll, gar kein Haus der Autoren. Es ist auch keineswegs eine öffentliche Einrichtung wie ein Literaturhaus, mit dem der Macher des "Autorenhauses" Manfred Plinke nur allzugern verwechselt wird.Das "Autorenhaus" ist ein Kleinverlag, in dem dieser Herr Plinke am laufenden Band Ratgeber für Autoren schreibt. Und die verkaufen sich nunmal besser, wenn der ratsuchende Neuautor glaubt, er kaufe Wissen und Ratschlag von einer Institution, womöglich von einem Literaturhaus und nicht von Manfred Plinke.Und wenn dann Autoren, die Rat und Beistand suchen, das "Deutsche Jahrbuch für Autoren Autorinnen" in die Hand nehmen, mögen sie nicht nur

denken: "Ach, dies ist also das Deutsche Jahrbuch für unser einen!" Sie werden auch beeindruckt durch die irreführende Angabe "Autorenhaus Verlag" auf dem Einband und dem Titelblatt, so als ob das "Autorenhaus" einen Verlag betreibe und nicht selbst der Verlag sei.Also noch einmal zum Verständnis: Hinter dem "Autorenhaus Verlag" steht weder ein "Autorenhaus" noch ein Literaturhaus, und das "Autorenhaus" ist auch keine Vereinigung von Autoren, sondern es ist das Produkt des umtriebigen Kleinverlegers Manfred Plinke, der sich die Bezeichnung "Autorenhaus" auch noch schnell beim Patentamt eintragen ließ. Sowas gibt’s.Es ist allerdings schon erstaunlich, daß ein Wilhelm Genazino den Abdruck eines seiner Texte in jenem "Deutschen Jahrbuch" gestattet. Auch Uwe Wittstock, Elisabeth Borchers, Thomas Steinfeld und Feridun Zaimoglu und manch andere glauben wohl, sie hätten ihren Beitrag zu einem honorigen Buch und zu einem wirklichen "Autorenhaus" beigesteuert. Sie haben offensichtlich das Buch selbst noch nicht angeschaut, in dem Manfred Plinke unverhohlen seine Privatfehden austrägt. Ein Mann, der öffentlich seiner Verwunderung darüber Ausdruck gibt, daß ein ihm nicht genehmer, vor Jahren ausgeschiedener Verlagsleiter "offenbar immer noch unter den Lebenden weile". Manche mögen darin bloß eine Widerlichkeit noch unterhalb des Bildzeitungsniveaus sehen. Der Rezensent muß aber das Interesse des Käufers im Blick behalten, auf den Herausgeber Plinke keinerlei Rücksicht nimmt. Was nämlich seine Privatstreitigkeiten anlangt, so haben diese nichts in einem "Deutschen Jahrbuch für Autoren" verloren. Da aber auch im Adressenteil wohlbekannte Einrichtungen, die Herrn Plinke mißliebig sind, weggelassen werden – wie der bei Autoren sehr gefragte Bund Deutscher Schriftsteller e.V., der von den Behörden als gemeinnützig anerkannt ist, oder wie die Frankfurter Cornelia Goethe Akademie mit einem staatlich zugelassenen, sogar vom Arbeitsamt geförderten Fernstudium für Autoren –, erfüllt das Buch in keiner Weise den selbst gesetzten, in klingende Münze umgesetzten hohen Anspruch. Dem unkundigen Käufer des nicht gerade preiswerten, kiloschweren Buchs wird folglich unter dem Versprechen eines "Deutschen Jahrbuchs" eine absichtlich verkürzte und manipulierte Gesamtinformation dargeboten, garniert mit verquasten und offensichtlich haßgetränkten Mitteilungen. Auf S. 941-943 werden kindliche Verschwörungstheorien zwischen einzelnen Verbänden und Verlagen ausgebreitet ("Das weltweite Netz"). Dies ist nicht nur grober Unfug, sondern auch journalistischer Betrug am Leser, der dafür ja kräftig zur Kasse gebeten wird.Dabei muß es Manfred Plinke vor allem auch darum gehen, seinen an sich unbedeutenden Verlag und sein prätenziöses "Deutsches Autorenjahrbuch" mit den Namen wohlbekannter Autoren zu schmücken und die hilfesuchenden Neuautoren über die Tatsache zu täuschen, daß es sich bei seinem Verlag eben keineswegs um eine Institution wie ein Literaturhaus handelt.Wenn man "Literaturhäuser" bei Google sucht, erscheint übrigens – o Wunder – irgendwann auch das Plinkesche "Autorenhaus". Wenn schon die Suchmaschine es nicht besser weiß, kann man auf Wilhelm Genazino, Elisabeth Borchers und den anderen, die doch über weniger Informationen verfügen als Google, nicht böse sein, weil sie an das "Autorenhaus" glaubten.Natürlich weiß Herr Plinke, wie man Bücher schreibt, denn er ist selbst ausgewiesener Romancier und Dichter. Sollte man jedenfalls meinen, wenn einer anderen Ratschläge gibt. Tatsache ist, Herr Plinke schreibt laufend Ratgeber.Aber das macht ja nichts, denn er schreibt ja auch Ratgeber darüber, wie man als Autor sein Manuskript vermarktet. Ob Herr Plinke selbst jemals belletristische Manuskripte vermarktet hat, das wissen wir nicht. (Man munkelt in der Branche etwas von C. H. Beck, der hauptsächlich Juristisches produziert ...)Aber wir wollen bei jemandem nicht kleinlich sein, der Gutgläubigen Drehbuch-Ratgeber verkauft, ohne vermutlich selbst je ein Drehbuch produziert zu haben. Wenn ein Manuskript verfilmt, also ein Film gedreht werden soll, ist es dann nicht auch nur natürlich, daß einem von irgendjemandem auch ein Drehbuch-Ratgeber angedreht wird? Garniert werden die "Ratgeber" des Hauses Plinke gern mit Koautoren, die manchmal einigermaßen hilflos nette Sachen dazuschreiben, oder wenigstens wohlklingende Namen haben und Kompetenzlücken schließen müssen.Dabei sind Manfred Plinke mit "Autorenhaus" und Freundin und Mitherausgeberin Gerhild Tieger nicht nur raffiniert und lassen eine Öffentlichkeit in die Irre laufen, die sich auch noch artig dafür bedankt, daß das "Jahrbuch für Autoren 2004" keine Erläuterungen zu Schreibblockaden enthält (dafür gibt es ja Gott sei Dank einen eigenen Ratgeber zu kaufen – zufällig ist der im Plinke-Autorenhaus erschienen!) und auch nicht mit Hinweisen zu Literaturwettbewerben überfrachtet ist (auch dafür gibt es einen eigenen Ratgeber zu kaufen, rein zufällig ist auch dieser in der Plinkeschen Ratgeberschmiede erschienen!)."Autorenhaus" & Plinke & Co. schrecken auch vor, nach google-Gesetzen, unlauterem Wettbewerb nicht zurück, um ihre Produkte an den Mann zu bringen. Sie schalteten bei google eine Anzeige für sich, die immer dann aufleuchtet, wenn Autoren sich bei Konkurrenten umtun wollen. google hat hier eingegriffen und die Anzeige des umtriebigen Berliner Kleinverlags blockiert.Im übrigen hat das Plinke-"Autorenhaus", auf das Neuautoren zu Hauf hereinfallen, auch noch andere Fähigkeiten. Kommt ihm jemand in die Quere, etwa ein als gemeinnützig anerkannter Verband für Autoren, der ein eigenes, schlichtes "Jahrbuch für neue Autoren" zum Selbstkostenpreis herausbringt, dann schießt Plinke, der um sein "Jahrbuch für Autoren" fürchten mußte, scharf. Ein Gerichtsprozeß mit hohem Streitwert kann für einen gemeinnützigen Verein tödlich sein! Der prozeßfreudige Kleinverlag, bei Gerichten wohlbekannt, mußte damals aber eine peinliche Schlappe einstecken. Sein Jahrbuch hieß dann jahrelang, zur Verwunderung der Branche, "Deutsches Jahrbuch für Erstautorinnen".Der in der Branche als prozeßfreudig bekannte Manfred Plinke vermittelt, wer ihm zu nahe kommt, die Bekanntschaft mit den Anwälten Boehmert in Berlin. Aber das muß nunmal so sein, wenn ein "Autorenhaus" doch nichts anderes als nur ein Kleinverlag ist.Dank regem Internetaustausch mehren sich jetzt allerdings die kritischen Stimmen. Gertrude Schildbach moniert in einer kritischen Rezension das unseriöse Geschäftsgebaren des Verlags: "Der Autorenhaus Verlag gibt vor, den Weg zum literarischen Erfolg zu kennen"

Sicher wird es aber noch eine Zeit dauern, bis sich herumgesprochen hat, was es mit den Produkten des Herrn Plinke auf sich hat, die oft durch alberne Karikaturen unbeabsichtigt trefflich illustriert sind, und in denen mißliebigen Zeitgenossen sogar der Tod wenn nicht offen gewünscht, so doch Erstaunen darüber verbreitet wird, daß sie eben noch nicht tot bzw. noch am Leben sind, was zuletzt keinen Unterschied erkennen läßt.Es ist allerdings ein genialer Gedanke, den keiner – außer vielleicht der erfolgreichen Scientology-Kirche – hinter einer Ratgeberpalette vermuten würde: Die Autoren werden als Herde naiver Lämmer gehalten, deren Wissensdurst beträchtlich ist. Wenn die literarische Arbeit auch ohne Erfolg bleibt, so hat man hintennach doch das halbe Ratgeberprogramm im Bücherschrank.Die Plinkesche Geschäftsidee, den Neuautoren mit der Vorspiegelung, die Ratgeber könnten durch ein "Autorenhaus" verbürgten Rat geben, das Geld aus der Tasche zu ziehen, diese Idee ist in der Tat einzigartig. So einzigartig, daß die bekanntlich teuren Anwälte auch in Aktion treten, um unliebsame Berichterstattung und freie Meinungsäußerung zu verhindern. Leider aber ließ sich die Homepage der World Writers Association in London mit einer kritischen Stellungnahme über Plinke & Consorten nicht abstellen, denn auch in England gilt Presse- und Meinungsfreiheit. Die Homepage der World Writers Association, auf der diese Besprechung zuerst erschienen ist, sollte abgeschaltet werden, so war der Wunsch des "Autorenhauses". Dies ist leider mißlungen, weil sich kritische Berichterstattung in einer freien Gesellschaft nicht unterdrücken läßt. Ob nun allerdings der Präsident der World Writers Association, der sich während der letzten Frankfurter Buchmesse am Stand des Verbandes offensichtlich noch bester Gesundheit erfreute, in den Büchern des "Autorenhauses" mit Todesgedanken bedacht werden wird? Das kann man wohl nur bei Herrn Plinke erfahren. Oder man müßte bei bestimmten Sekten anfragen, deren Unternehmen mit drastischen Methoden bekanntlich gleichfalls sehr erfolgreich sind.

 

http://www.scheinschlag.de/archiv/2004/02_2004/texte/31.html

Weitere Informationen über Manfred Plinke finden Sie auch hier.

 

Konsumenteninformation/Autoren/rf














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