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Special Reports from Europe, this year: Germany
3. Niederlage von Autorenhaus und Plinke vor dem Landgericht „Autorenhaus" und Scientology: Rechtsanwaltskanzlei Boehmert & Boehmert Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Autorenhaus Verlag, Manfred Plinke und Den mißliebigen Bund Deutscher Schriftsteller e.V. jedenfalls sucht der Wer aber meint, Manfred Plinke und Anhang würden den Fehler bedauern, der Das Autorenhandbuch des Herrn Plinke war jedenfalls zeitweise nicht lieferbar, weil, es wegen der drohenden Strafen des Landgerichts Stuttgart aus dem Buchhandel an den Verfasser und Möchtegernverleger zurückgesandt Nachtrag: Vor dem Landgericht Stuttgart versuchte Manfred Plinke dieser In letzter Not trug Herr Rechtsanwalt Jan-Bernd Nordemann vor, mit dem Eine originelle Fußnote in der Kulturgeschichte der öffentlichen Selbstentblößung (Gestalten des Literaturbetriebs, Porträts, Erste Folge) Vorbemerkung zur neuen Porträtreihe: Die Gestalten des Literaturbetriebs sind vor allem die bekannten und berühmten Autoren und Verleger. In ihrem Umfeld machen aber auch immer wieder die gänzlich Erfolglosen von sich reden, die sich mit allen Mitteln gegen das Übersehenwerden stemmen. Die Diskrepanz zwischen dem heftigen Drang zum Berühmtwerden und den fehlenden Begabungen, insbesondere der Unfähigkeit, kulturell Eigenes mit Belang für die Allgemeinheit zu erschaffen, ist das Thema der Reihe. Porträtiert werden die eigentlich randständigen Figuren des Literaturbetriebs, die sich mit Inszenierungen ihrer selbst immer wieder in das Licht der Öffentlichkeit schieben. Gesänge mit Rechtskraft Eines Volkes der Dichter und Denker würdig fasste ein Darmstädter Richter noch jüngst seine Urteile in Versen ab: „Im Namen des deutschen Volkes“, so wie er es auffasste! Da die Zivilprozessordnung keine literarischen Vorschriften kennt, waren die Darmstädter Urteile formal nicht zu beanstanden. Sie sind Gesänge, die Rechtskraft erlangten! Daß Kunst und Dichtung aber keineswegs Weisheit und Klugheit verbürgen und dass manche Auftritte dichtender Juristen Gefühllosigkeit, Roheit und Eitelkeit verraten, die der Ursprung mancher Peinlichkeit ist, kann nur die verblüffen, die die Kulturgeschichte der Einfalt nicht studiert haben. Peinlichkeiten unserer Dichterfürsten Dabei sind es nicht nur die ewig Namenlosen, die sich um jeden Preis in das Buch der Berühmtheit einschreiben wollen und sich bis zur Selbstentblößung andienen. In die Sphäre des Allzumenschlichen gehören auch die Fehltritte und Peinlichkeiten unserer Dichterfürsten und Gewerkschaftsschreiber. Denken wir an den furchtbaren Dichter-Juristen in Weimar, der die unglückliche Mutter, die aus Angst ihr Kind getötet hatte, zum Tode verurteilte. Erinnern wir uns auch daran, dass der junge Kaufmannsgehilfe Heinrich Heine, um bekannt zu werden, Verse an einflußreiche Salonieren schrieb, die schon damals als peinlich empfunden wurden („und weinend stürz ich mich zu deinen Füßen!“), an unseren Moralprediger und Politikapostel Günter Grass, der geschickt seine eigene SS-Vergangenheit verschwieg, um seinen Nobelpreis nicht zu gefährden, an den in weiteren Kreisen freilich eher unbekannten Schreiber Imre Török, der sich, vielleicht in einem Moment tieferer Einsicht, auf seiner Homepage, um eines hilflosen Wortspiels willen, selbst als „ungar“ („ungarer Deutscher“) bezeichnet usw. usw. Tobias Kiwitt: Mein größter (und einziger) Erfolg ist „inhaltsarm“ Die Kulturgeschichte der Selbstentblößung verzeichnet also neben den Persönlichkeiten, die Wilhelm Busch zu seiner Humoristik anleiteten, durchaus honette Beiträger. Ein eigenes Kapitel darin hat nun auch ein junger Düsseldorfer Rechtsanwalt Tobias Kiwitt für sich aufgemacht, der nichts unversucht lässt, um berühmt zu werden. Ja, Zuckererbsen für jedermann gedacht Kiwitt sagt zu dem unsinnigen Poem, das wie das Produkt eines Zufallsgenerators wirkt und das literarisch nicht verschlechtert werden könnte, in einem Interview, sein größter Erfolg sei einem „kleinen Unfall“ zu verdanken, denn das „inhaltsarme“ Gedicht sollte „nach Fertigstellung im Papierkorb landen“, aber irgendwie sei es von ihm, wohl versehentlich, bei jenem Gedichtwettbewerb eingereicht worden. Kiwitt bewirbt sich mit peinlicher Schülerpoesie um Literaturpreise und geniert sich nur dafür, nicht von anderen entdeckt worden zu sein Übersetzt heißt dies: Der Verfasser sonnt sich darin, Preisträger zu sein, dessen Eitelkeit nun danach ausgreift, dass er sich um den Preis womöglich gar nicht wirklich selbst (irgendwie, aber nicht wirklich er selbst) beworben hat und besser ohne sein Zutun, am besten von Marcel Reich-Ranicki entdeckt worden wäre. Dabei hätte gerade der Vermarktungskünstler MRR, der derzeit sein eigenes Museum vorbereitet (niemand empört sich darüber, aber man wundert sich auch nicht), ihm sicher geraten, nichts dem Zufall zu überlassen. Kiwitts Literaturtheorie fällt sogar hinter den Wissensstand der Amish People zurück Kiwitt ließ sich nach Erhalt des Literaturpreises auf der Plattform textgruppe.de als Literaturpreisträger feiern. Seine fundamentale literaturtheoretische Idee: Ihm schwebe eine Literatur vor, so das Interview, die „die Welt nicht nur abbildet, sondern auch befragt, fordert und fantasiert“. Um einen solchen Allgemeinplatz für etwas Eigenes zu halten und nicht für die Triebfeder der Literatur der letzten 500 Jahre, muß man diese schon vollständig ignoriert oder nicht verstanden haben. Selbst die Amish people in Amerika, die kulturell gern auf die letzten 200 Jahre der Entwicklung verzichten, kämen nicht auf den Gedanken, dass (allein in ihrer Sprache) Shakespeare, Wilberforce und Edward Young und all’ die andern die Welt nicht befragten, forderten und fantasierten. Autorenverbandsfunktionär Kiwitt fällt auf Kleinverlag herein und lässt sich von einer Kapitalgesellschaft als poeta laureus feiern Das scheinbare Wunder, dass die Schülerreimerei von Tobias Kiwitt mit einem ernstgemeinten Preis ausgezeichnet wurde, löst sich ebenso rasch in nichts auf wie die Literaturtheorie des Gefeierten. Der preisvergebende Realis Verlag lebt nämlich davon, die Reime junger Möchtegernautoren, darunter übrigens immer wieder auch veritable Gedichte, in einem Sammelband zu veröffentlichen („Nationalbibliothek“), die sich dann geehrt fühlen und den teuren Band käuflich erwerben. Darum ist der Verlag auch keineswegs zu kritisieren, der freilich daran interessiert sein muß, Kontakt zu möglichst vielen Jungautoren a la Kiwitt zu finden, die sich gern gedruckt sehen und fürs Gedruckte dankbar bezahlen! BVjA unter Tobias Kiwitt gilt als Sackgasse für junge Autoren Pikant ist die Auszeichnung Kiwitts durch einen Verlag, der von seinen Autoren lebt, auch deshalb, weil es gerade Tobias Kiwitt ist, der – um der Gewerkschaft schön zu tun – zum Angriff auf die Dienstleisterverlage (vulgo „Zuschußverlage“) bläst, die seit 300 Jahren das Bedürfnis von neuen, noch unbekannten Autoren befriedigen, gegen Zahlung veröffentlicht zu werden (Goethe, Schiller, Hermann Hesse und viele andere nutzten diesen historisch verdienstvollen Verlagstypus). Dem von ihm angeführten Bundesverband junger Autoren BVjA geht es nämlich darum, den etablierten Autoren die Verwertungskanäle zu sichern und neue Autoren möglichst nicht hochkommen zu lassen. Das Paradox, das dem BVjA unter Tobias Kiwitt tatsächlich überwiegend erfolglose Schreiber angehören, denen damit erste Schritte in den Buchhandel verwehrt werden, erklärt sich aus der Patronage der Gewerkschaft ver.di. Die jungen Leute lassen sich offensichtlich für die angebliche Ethik (ein Autor wird bezahlt und zahlt nicht!) einspannen, nicht erkennend, dass sie sich damit selbst behindern, sich im BVjA auf dem Abstellgleis befinden und den in der Gewerkschaft organisierten etablierten Autoren die Fleischtöpfe sichern helfen. Kiwitt veröffentlicht seine Studentenausarbeitungen als Buchpublikationen Kiwitt bezeichnet die Verlage, die sich junge Autoren für ihr Debüt nehmen, pauschal als unseriös. Er ist mitverantwortlich für einen vom BVjA provozierten Skandal gegen einen Buchverlag, der auf unbewiesenen Behauptungen beruht und den Verband ins Gerede gebracht hat (Lesen Sie hier Pressemitteilungen zum BVjA auf www.haus-der-literatur.de) Selbst nutzt Tobias Kiwitt aber Dienstleisterverlage, um sich Auftritte zu verschaffen. Vom Realis Verlag abgesehen, publiziert er nämlich akademische Texte im Grin Verlag, der zu eben diesen Dienstleisterverlagen zählt (s. www.grin.com/profile/36681/tobias-kiwitt). Die Selbstdarstellungssucht Kiwitts geht soweit, dass er, der mit juristischen Staatsexamina wissenschaftlich nicht einmal auf unterster Stufe graduiert ist, in Ermangelung wissenschaftlicher Monographien simple Seminararbeiten veröffentlicht – die Lernschritte des Studenten werden der Öffentlichkeit als Buchpublikationen dargeboten! Staatsanwaltschaft fordert Finanzamt auf, den Verband Kiwitts zu prüfen Beobachter könnten die großen Auftritte Kiwitts gegen die Dienstleisterverlage folglich als bloße Heuchelei abtun, wenn da nicht noch einiges andere im Argen läge. Der Bundesverband junger Autoren BVjA e.V., dessen Vorstand Kiwitt ist, geriert sich als Standesvereinigung junger Schriftsteller. Insider bezweifeln aber, dass der Verband tatsächlich über die angegebene Mitgliederzahl verfügt. Es wird auch von einer Überalterung des Verbandes berichtet, davon, dass Vorstandswahlen manipuliert wurden und in Wahrheit ein gewisser Thomas Stichtenoth den Verband nach Gutsherrenart führe - ein Mitarbeiter des erfolgreichen Pharmazeuten Daiichi-Sankyo, der als besondere persönliche Qualität seiner Mitarbeiter "vorausschauendes Handeln" erwartet. Tatsächlich gab es die im Vereinsregister eingetragene Pressesprecherin Sandra Honnef, die heute sagt, sie sei für den Verband nie tätig gewesen – so stellt sich die Frage, wer denn die Pressestatements des Verbands, die angebliche Skandale aufdecken wollten, eigentlich geschrieben hat? Der vorige Vorstand Alexander Brehm veröffentlichte sogar Beschuldigungen gegen Dritte, für die er später freiwillig eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgab. Kiwitt will seine Kritiker mundtot machen Die kritische Berichterstattung über die Machenschaften des BVjA ist seit bis zu zwei Jahren im Internet nachlesbar. Der Verband hat sich wohl aus guten Gründen nie dazu geäußert. Erst Tobias Kiwitt als Vorstand will die Berichte insgesamt unterdrücken lassen: So klagt der Verband jetzt vor dem Landgericht Köln gegen seine Kritiker. Prozeßbeobachter sehen den Verband, der als angeblicher Autorenverband gegen die Presse klagt, allerdings auf verlorenem Posten. Tobias Kiwitt drosch kürzlich auf die vom ZDF düpierte Elke Heidenreich ein, um sich beim ZDF selbst ins Nest zu setzen Der Eiferer wartet für den, der im Internet recherchiert, noch mit einigen anderen unangenehmen Seiten auf. Als die angesehene Literaturmoderatorin Elke Heidenreich, die sich immer auch für junge Autoren eingesetzt hat, vom ZDF wegen ihrer freimütigen Kritik spektakulär entlassen worden war, trat Kiwitt der geschassten Frau nicht zur Seite. Im Gegenteil: In einem Schreiben an den kritikempfindlichen Staatsbetrieb betrieb er ungeniert Fledderei an der von Marcel Reich-Ranicki beschimpften, kouragierten Frau. Das ZDF ignoriert Tobias Kiwitt Der plumpe Versuch, sich mittels seiner Vorstandsfunktion, von der die meisten Mitglieder vermutlich kaum eine Ahnung haben, selbst ins Fernsehen zu hebeln (Schlussformel: „gezeichnet Bundesverband junger Autoren und Autorinnen durch: Vorstandssprecher Tobias Kiwit“) ist missglückt. Die ungebetene Anbiederung kann im ZDF kaum anders als peinlich empfunden worden sein. Kiwitt nutzte die Situation aber wenigstens dazu, sich in jedem Fall in das Licht der Öffentlichkeit zu schieben. Er verschickte nämlich seinen Brief ans ZDF auch an die Printmedien. Dem muffig-hilflosen Börsenblatt, das ja schön druckt, was aus gewerkschaftlichem Umfeld auf den Tisch kommt, ist daher immerhin überhaupt die Kenntnis des drögen Selbstempfehlungsschreibens zu verdanken. Wundern kann man sich nur darüber, dass Kiwitt das an Peinlichkeit nur schwerlich zu übertreffende ZDF-Schreiben nicht unter der Decke hielt, sondern ohne Not auch noch in die Öffentlichkeit herausposaunte. Ob ihm denn gar nichts peinlich ist? Ein Tausendsassa ohne besondere Fähigkeiten Wer im Internet stöbert, kommt rasch darauf, dass der Dichter Kiwitt schon alles mögliche ausprobiert hat, um zu reüssieren. Bevor er, gut bekannt mit Thomas Stichtenoth, sich in den Vorstand des BVjA hieven ließ und diese Funktion seither durchaus in eigener Sache auszuüben weiß, suchte er bei Amnesty International zu landen. Als Sprecher der „AI Gruppe Schwelm/Wuppertal“ kündigte er großtönend an, 10.000 Unterschriften zu sammeln und zwar für „gewaltlose politische Gefangene“. Sein Rundbrief beginnt mit: „Liebe West Papua Unterstützer!“ Wäre Loriot in Schwelm/Wuppertal aufgewachsen, die örtliche „AI-Gruppe“ wäre ihm sicher nicht entgangen (Kiwitt schreibt übrigens „Amnasty International“). Tobias Kiwitt für honorige Düsseldorfer Kanzlei Dr. Ciper & Coll. tätig Ein Mangel an Begabungen, die Hartnäckigkeit, andern mit übler Nachrede nachzustellen, ein Sinn für Verbandsränke – dies ist ein Profil, mit dem viele sehr erfolgreich geworden sind. Tobias Kiwitt hat sich aber eben nicht für die Politik entschieden, sondern neben seiner Berufung zum Dichter und Fernsehmoderator (zukünftig) für den jetzt angetretenen Beruf des Rechtsanwaltes. Dies könnte einmal den befreundeten Hartz-IV-Empfängern in Putlitz zu Paß kommen, die von Großem träumen und deren Anmaßung irgendwann zu Problemen führen kann. Der junge Medien-Anwalt Kiwitt zieht es vor, seine eigene medienrechtliche Klage einer fremden Kanzlei anzuvertrauen Wie dem auch sei, Tobias Kiwitt wird sich bei der Bearbeitung seiner künftigen Mandate sicher in die Öffentlichkeit zu rücken verstehen und diese vielleicht wieder im Grin Verlag veröffentlichen. Das erste Mandat hätte seine eigene Klage (für den BVjA) gegen die Presse sein können, denn er bezeichnet als seine Tätigkeitsschwerpunkte ausgerechnet „Medien- und Presserecht“. Warum er die Klage dann nicht selbst erhoben, sondern das Mandat einer fremden Kanzlei anvertraut hat, dafür wird er gute Gründe gehabt haben. Ein Schelm, wer sich dabei etwas denkt. Anna Popovici, Zadar Fortsetzung im Februar 2010: Tobias Kiwitt als Rechtsanwalt
5. Dr. Joachim Sartorius und die geheimen Qualitäten des Establishments Eine realistische Note von den Berliner Festspielen und aus der Jury des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels über die Bereitschaft zu lügen Jeder hat sich wohl schon einmal die Frage gestellt, wie man denn Intendant eines Fernsehsenders werden kann, Präsidentin des Goethe-Instituts oder Jurymitglied des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Daß ein gut abgeschlossenes Studium und sonstige fachliche Qualifikationen allein keineswegs ausreichen, fällt ins Auge, wenn man allein die große Menge der hervorragend ausgebildeten Fachkräfte betrachtet, deren Zahl die immer einmal zu besetzenden prominenten Stellen weit überragt. Und wenn man dann auch noch registriert, dass zu Preisverleihungen, Ehrenauszeichnungen, Aufsichtsratsmandaten usw. praktisch niemals nicht schon etablierte Personen zugelassen werden, dann stößt dies auf. Dieselbe Goethe-Jubiläumsschrift, von Sartorius erst gefeiert und lanciert, dann verabscheut Großen Abscheu äußerte Joachim Sartorius, der Intendant der Berliner Festspiele, kürzlich über seine eigene Beteiligung am Goethe-Jubiläumsband 1999 "Im Namen Goethes!" Zu ihm haben damals viele Große der Literatur und des Kulturwesens in Deutschland freudig und wohl auch begierig, an einer prominenten Publikation zu einem bedeutenden Jubiläum teilzuhaben, begeistert Beiträge beigesteuert – darunter Ralph Giordano, Alfred Grosser, Günter Grass und viele andere. Vor allem Joachim Sartorius war es, der nicht nur einen elf Seiten langen Beitrag "Zu den ideellen Fundamenten der Auswärtigen Kulturpolitik heute" beitrug, sondern nach Erscheinen der Publikation Wege zu ihrer Verbreitung durch Vermittlung von Rezensenten zu ebnen suchte. Joachim Sartorius' Statement von 2007 rückt durch neuentdeckten Brief von 1999 in ein sonderbares Licht Joachim Sartorius antwortete mit seinem Statement dem Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V., gegen den die Staatsanwaltschaft ermittelt haben soll (Staatsanwaltschaft ermittelt gegen BVjA), am 27. November 2007 in einem Brief, den der Empfänger dann in einem öffentlichen Gerichtsverfahren veröffentlicht hat. Dieser Brief war vom BVjA erbeten und von Sartorius gegeben worden, um den damaligen Herausgeber des Goethe-Standardwerkes mit der nachweislich falschen Behauptung zu diskreditieren, die prominenten Autoren seien im Unklaren über genauen Umstände, insbesondere über die privatgesellschaftliche Natur (GmbH) des Herausgebers gewesen und sie, die des Lesens kundig sind, hätten angeblich die Goethe-Gesellschaft Frankfurt mbH mit der gemeinnützigen Goethe-Gesellschaft in Weimar e.V. verwechselt. Der Hintergrund: Der umtriebige Verband, dem vorgeworfen wird, keinen regulären Vorstand zu haben und geschickt die Interessen einer Einzelperson zu verfolgen, blies zum Angriff auf die konkurrierende Frankfurter Verlagsgruppe, die besonders erfolgreich geraden jungen Autoren den Weg in die Öffentlichkeit ebnet und mittlerweile den Vertrieb jenes Goethe-Standardwerkes übernommen hatte. Das Statement war von Joachim Sartorius erbeten worden, um den alten Herausgeber des renommierten Buches und mit ihm auch den derzeitigen Verlag öffentlich bloßzustellen und damit möglichst auch wirtschaftlich zu schädigen. Der Redaktion liegt nun ein weiterer Brief von Joachim Sartorius vor, den dieser 1999, direkt nach Erscheinen des Buches, an den Herausgeber geschrieben hat und der seine Verlautbarung von 2007 in ein sonderbares Licht rückt. Zwei Briefe von Joachim Sartorius, die sich selbst kommentieren 1999 hatte Sartorius als Generalsekretär des Goethe-Instituts mehrere Briefe verfasst, die ihn auf vertraulichem Fuß mit dem "Geschäftsführer" der "Goethe-Gesellschaft mbH" zeigen. 1999 hatte Sartorius als Generalsekretär des Goethe-Instituts dem Herausgeber des Goethe-Buches ungefragt mitgeteilt: "Zugleich möchte ich Ihnen zu dem, wie ich finde, durch sein Erscheinungsbild, die inhaltliche Qualität der Beiträge und nicht zuletzt die Rohrfederzeichnungen von Ferry Ahrlé ebenso ansprechenden wie inspirierenden Buch gratulieren." 1999 hatte Sartorius als Generalsekretär des Goethe-Instituts zwei prominente Germanisten als Rezensenten für eine Besprechung des Goethe-Buchs vorgeschlagen, nämlich Professor Albrecht Schöne in Göttingen und Dr. Ingo Breuer in Köln, um das Buch in die Öffentlichkeit zu lancieren. Er hatte dem Herausgeber gewünscht: "Ich bin zuversichtlich, dass sich beide zu einer Besprechung des Buches entschließen und dieser gelungenen Anthologie damit zu einem Erfolg (verhelfen) könnten."2007 schrieb Sartorius als Intendant der Berliner Festspiele hingegen: "Ich weiß, dass dieser Band sehr schnell und ohne besondere Betreuung unsererseits zustande gekommen ist." Und nochmals: "Ich hatte keine Freude an dem Buch, als es erschienen war." Welche charakterliche Eigenschaft qualifiziert offenbar zur Jury des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels? Welche zu beklagende persönliche Eigenschaft, die sich offensichtlich normalerweise im Geheimen bewährt, hier jedoch durch einen Zufall sichtbar wird, qualifiziert wohl zu solch bedeutenden Funktionen? Oder umgekehrt: Welche besondere Fähigkeit erwarten die Berliner Festspiele von ihrem Intendanten, welche eigentümliche charakterliche Eigenschaft qualifiziert offenbar zur Jury des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels? Juristische Fußnote zum Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V. Die frühere Pressesprecherin des BVjA Sandra Honnef verbot später auf gerichtlichem Weg, die Angabe des Vereinsregisters zu zitieren, dass sie zur Zeit der gegen die Goethe-Gesellschaft Frankfurt mbH gerichteten Vereinsaktivitäten Pressesprecherin des BVjA gewesen war.
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